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Gentechnik und Wissenschaft – Warum werden Argumente ignoriert?

Bereits Professor Antonio Androli von der brasilianischen Biosicherheitskommission sagte: „Je mehr GVO-Pflanzen angebaut werden, desto mehr Resistenzen bilden sich bei Unkräutern und tierischen Schädlingen.“ Dies sagte er im Zusammenhang mit „BT Mais 1507“. Gemäss seinen Aussagen kann man 2 Ernten damit durchführen, bis die unaufhaltbaren Probleme auf dem Acker damit beginnen, welche bis zur Aufgabe der Landwirtschaftsflächen führen können. Die Biotechbranche behauptet immer wieder, die Natur könne dem Klimawandel nicht Herr werden, nur die Biotechnologie könne dies, doch genau das Gegenteil ist offensichtliche Realität.

Immer wieder verfasst die „Bewegung für Sozialismus“ oder „BFS“ sogenannte gentech-kritische Artikel, welche teilweise aber weder eine Debatte zwischen uns darstellen, da nicht debattiert sondern nur kritisiert und ihre Ansicht von dieser Technik propagiert, noch auf unsere klaren Statements mit Fakten eingegangen wird. Auch die Kritik an der Technologie selber haben wir bis anhin vom „BFS“ nicht wirklich wahrgenommen, nur die Kritik an den Konzernen oder dem System in diesem Zusammenhang.

Immer wieder wird probiert, aus der Gentechnikfrage eine Systemfrage zu machen, da wohl dies für die „BFS“ die zentrale Frage ist.

Nur schon die Unterstellung von ihnen: „Die allgemein verbreitete, plumpe Kritik an Gentechnik greift zu kurz.“ ist relativ primitiv und undifferenziert, es sieht fast so aus, als wären alle Stimmen, die gegen die Gentechnik gerichtet sind, plump für die „BFS“.

Und im nächsten Satz dann: „Wie alle anderen technischen Veränderungen muss man die Gentechnik differenziert betrachten und in den kapitalistischen Kontext, indem sie zur Anwendung kommt, stellen.“

Doch auch dieser Satz wirkt stark, als wären wir einerseits sehr undifferenziert und andererseits, als müsse man Technik immer in den politischen Kontext setzen, indem sie zur Anwendung kommt, egal wie schädlich und unsinnig sie ist.

Doch wirklich tragisch finden wir am Verhalten der „BFS“, dass diese ohne unsere Einwilligung, unser Wissen und ohne jegliche Beteiligung an der Organisation unserer Demonstration vom 22.08.2015 Flugblätter dort verteilt haben mit dem Titel: „Gentechnik: Das Grundproblem ist das System, nicht die Technik“, obwohl diese Kritik völlig einseitig ist und im Grunde sogar teilweise gegen unser Anliegen warb.

Die Organisation dieser Demonstration hat einerseits hunderte von Stunden Freiwilligeneinsatz von den bekannten Organisationen und Ihren Mitgliedern gekostet. Doch auch über 10‘000 Sfr. hat dieser Anlass an Kapital verschlungen, um die RednerInnen aber auch andere Kostenpunkte zu begleichen.

Und das „BFS“ hatte nichts anderes zu tun, als an dieser Veranstaltung Ihren Flyer den Menschen, welche für unser Anliegen an die Kundgebung gekommen sind, zu verteilen. Ziemlich dreist und ziemlich undemokratisch, finden dies die meisten von uns, und übrigens auch einige andere kritische Stimmen, ausserhalb unseres Kreises. Bei einer nächsten Demonstration von unserem Bündnis würden wir Euch solche Handlungen untersagen oder Euch vom Platz verweisen!

Dann müssen wir auch mal noch vorwegnehmen, dass bei unserem Bündnis niemand weder in der Biotechbranche arbeitet, noch ein Studium absolviert, um Biotechnologie in der Pflanzenzucht zu studieren. Wir sind also sehr unabhängig in dieser Frage und es ist uns wichtig, die Gentechnologie in einem wissenschaftlichen und gesundheitlichen Kontext und nicht nur in einem kapitalistischen oder politischen Kontext zu führen. Wie unabhängig ist wohl der „BFS“ in dieser Frage? Gerne erwarten wir Euer Standpunkt hierzu.

Wir werden nun wieder wie beim letzten Mal, auf gewisse Aussagen von Euch eingehen, werden aber politische Statements von Euch eher ignorieren, denn die Schadwirkungen der Gentechnik betreffen schliesslich uns alle, unabhängig einer politischen Einstellung oder Ausrichtung und könnten unserer Meinung nach auch in einem sozialistischen System keinen ersichtlichen Nutzen für die Gesellschaft und die Umwelt erbringen.

Euer Kommentar:

„Im 20 Jahrhundert wurde oft versucht, durch Mutationen, verursacht durch Strahlung und den Einsatz von Chemikalien, die Evolution zu beschleunigen. Dabei wurde vor allem „Abfall“ produziert. Diese unkontrollierbaren Mutationen können genauso eine Gefahr für Mensch und Natur darstellen, wie durch gezielte gentechnische Veränderung hervorgerufene, haben aber zu keiner Zeit eine grosse gesellschaftliche Diskussion ausgelöst.“

Unser Kommentar:

Bei unserer Vorstellung einer biologischen, konventionellen Pflanzenzüchtung hätten Strahlung oder der Einsatz von Chemikalien auch keinen Platz. Also völlig unrelevant. Bestimmt hätten solche Informationen auch negative Reaktionen ausgelöst, wären Sie auch genügend kommuniziert worden.

Euer Kommentar:

„Es ist reine Dialektik, dass nach der Phase der „Grünen Revolution“, in der eine enorme Produktivitätssteigerung v.a. durch eine Mechanisierung der Landwirtschaft, Urbarmachung neuer Flächen und den Einsatz von Mineraldüngern und Pestiziden erzielt wurde, nun die Züchtung wieder an Bedeutung gewinnt, um eine neue Qualitätsstufe zu erreichen.“

Unser Kommentar:

Wie industriefreundlich ist denn diese Aussage? Wir zitieren Greenpeace an dieser Stelle: Gentechnik: Keine Lösung gegen Hunger

„Hunger und Armut sind in erster Linie ein politisches und soziales Problem. Die Gentechnik bekämpft jedoch nicht den Hunger der Welt, sondern ist Teil des Problems. Zur Sicherung der Welternährung sind empfindliche, hochgezüchtete Gen-Pflanzen, die sich nur an die Anforderungen der industriellen Landwirtschaft richten und die Monopolstellung einiger weniger Agrarkonzerne fördern, nutzlos.“

Euer Kommentar:

„Das Konzept der Substanziellen Äquivalenz dient der Sicherheitsabschätzung der Auswirkungen von GVO und geht von einer Gleichwertigkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen mit ihren konventionellen Pendants aus. Ob dies zutrifft, sei dahingestellt.“

Unser Kommentar:

Es ist wirklich sehr unwissenschaftlich und auch sehr naiv zur „substantiellen Äquivalenz“ zu sagen, ob diese nun stimme oder nicht in der Gentechnikfrage, sei dahingestellt!

Weil durch die Theorie der „substantiellen Äquivalenz“ die gesetzliche Zulassung von GVO Pflanzen nun gleich gehandhabt wird, wie bei normalen, natürlichen Pflanzen. Ergo bedeutet, dass durch diesen „kleinen Trick“ oder diese politische und nicht-wissenschaftliche Entscheidung nun die Gesetzgebung so geschaffen wurde, dass die Biotechindustrie nun Pflanzen, welche gentechnisch verändert sind, mit den gleichen Kriterien wie konventionell gezüchtete Pflanzen beurteilen und zulassen kann. Somit werden sämtliche zusätzliche Risiken, welche durch die Gentechnologie entstehen, einfach ignoriert. Ein grosses Problem, nicht nur für die Glaubhaftigkeit und Freiheit der Wissenschaft, sondern vorallem für die Gesundheit der KonsumentInnen.

Dieser Punkt ist ein sehr zentraler, welcher unser Bündnis „SchReckenholz“ anspricht. Es kann und darf nicht sein, dass GVO-Pflanzen gleichgestellt werden, mit natürlichen Pflanzen. Denn die zusätzlichen Risiken der Technologie bedürfen auch besonderer Zulassungsverfahren! Wir sind nicht „per se“ gegen diese Technik, sondern wir sind dagegen, dass die Gefahren dieser Technik nicht ausreichend kontrolliert und kommuniziert werden. Wir sind auch nicht gegen die staatlich kontrollierte Forschung, doch wir sind dagegen, dass diese teilweise von der Agroindustrie finanziert wird. Somit ist diese Forschung nicht mehr unabhängig von der Privatwirtschaft. Deshalb liegt auch der Kern der Forschung nicht mehr auf der wissenschaftlichen Bewertung der Risiken der Technologie, sondern in der Forcierung neuer „Produkte“ für den Weltmarkt.

Euer Kommentar:

„Fakt ist, dass es bis jetzt keine Beweise gibt, dass GMOs gesundheitsschädlicher sind wie jene aus konventioneller Züchtung, genau so wenig wie biologische Produkte gesünder sind und besser schmecken als konventionelle Produkte.“

Unser Kommentar:

Die Erfahrungen der Bevölkerungen in den Ländern, in denen GVO-Pflanzen angebaut und verkauft werden zeigt, dass dies nicht stimmt so. Vor allem in Amerika, dem Mutterland der industriellen Gentechnik auf dem Acker, gibt es unzählige Beispiele von gesundheitlichen Problemen in allen Altersschichten, vorallem aber bei Kindern. Auch ist es nur logisch, dass biologisch gezüchtete Lebensmittel besser sind als nicht biologische. Ob dies nun bewiesen ist oder nicht, es leuchtet jedem Kind ein, dass Pflanzen welche nicht in Berührung chemischer Stoffe (Herbizide, Pestizide, Fungizide) gekommen sind und deren Saatgut natürlich vermehrt wurde, auch gesünder sein müssen, da diese dem Organismus nicht fremd sind oder zusätzlich belasten. Zu behaupten, biologische Lebensmittel wären nicht gesünder als konventionell gezüchtete oder gar gentechnisch-veränderte, ist eine reine Pharse und könnte man schon fast als eine „Industrielüge“ bezeichnen…

Euer Kommentar:

„Trotzdem ist es eine merkwürdige Moralvorstellung, grosse Produktionsausfälle in Kauf zu nehmen, nur um den Idealismus des Einklangs der Menschen mit der „Natur“ wieder herstellen zu wollen. Diese ist vergleichbar mit den Impfgegner*innen, welche lieber ihre Kinder aus esoterischen Gründen sterben lassen, als sie gegen gewisse Krankheiten impfen zu lassen. Fortschrittsfeindlichkeit ist genauso gefährlich wie ein blinder Fortschrittsglaube.“

Unser Kommentar:

Veränderung bedingen immer einer Umstellung. Grosse Produktionsausfälle müssen nicht zwingend eintreffen, bei einer systematischen Planung. Ausserdem ist eine Umstellung auf einen ökologischeren Landbau dringend nötig und nachhaltig. Doch uns mit Impfgegnern direkt in Vergleich zu setzen ist eher primitiv als sachlich oder wissenschaftlich. Wir sind nicht gegen den Fortschritt, jedoch sind wir FÜR die Transparenz und die Forcierung von Technologien, welche Sinn machen, für Mensch und Umwelt!

Euer Kommentar:

„Unser Ziel war es jedoch nicht, eine naturwissenschaftliche Diskussion loszutreten, sondern die Systemfrage zu stellen. Wir halten es für unmöglich, neue Technologien zu kritisieren, ohne diese mit dem Wirtschaftssystem in Verbindung zu bringen. Es ist unmöglich, das eine vom anderen isoliert zu betrachten und so die Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Faktoren zu ignorieren. Ein kapitalistischer, transnationaler Konzern wird nur in Richtungen forschen, von welchen er sich mehr Profit erhofft.“

Unsere Antwort:

Und unser Ziel ist es, die Gentechnikfrage zu stellen und diese anhand wissenschaftlicher und erfahrungsgemässer Sachlage zu diskutieren. Wir können nach Nord und Südamerika und Indien schauen, wo die Gentechnologie in der Landwirtschaft schon seit längerer Zeit eingekehrt ist und uns dort, mit den Problemen und dem Nutzen befassen. Denn genau dort sind die besten Standorte, um 1:1 zu sehen, was passiert, wenn die Gentechnik angewendet wird. Dann wird man feststellen, es gibt fast keinen positiven Nutzen daraus, weder für die Menschen noch für die Umwelt, ausser für die Konzerne, die profitieren sogar an vielen daraus entstandenen Problemen. Es ist also unserer Meinung nach nicht nur eine Systemfrage, sondern eine Frage der Wissenschaft, Vernunft, Gesundheit und dem ehrlichen Beurteilen der Risiken einer Technologie. In diesem Sinne wünschen wir uns, dass die Gentechnologie per Gesetz aus unserer Landwirtschaft und unserem politischen System verschwindet, egal welches System momentan vorherrschend ist.

 

Hier nun eine Frage an Euch:

80% aller Gentechpflanzen sind resistent gegen Glyphosat. 32 Unkräuter sind hiergegen bereits resistent geworden. Gemäss Frau Professorin Monika Krüger der Uni Leipzig, ist Glyphosat ein Chelator (Kationenfänger) und zieht Spurenelemente aus allen Lebewesen die damit in Kontakt kommen. Dem jeweiligen Stoffwechsel fehlen diese danach, was zu Krankheiten führt. Auch fand Herr Peddersen aus Dänemark, dass je Menge an Glyphosat im Futter Missbildungen und Todgeburten bei Tieren proportionell zunehmen. Es gibt auch einige belegte Fälle in Deutschland, die zur Aufgabe der Landwirtschaftsbetriebe durch Glyphosatkontaminationen geführt haben. Auch das Krebsforschungsinstitut der WHO hat es als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Warum zieht das BLW(Bundesamt für Landwirtschaft) dieses Gift nicht aus dem Verkehr? Dies müsste doch schon längst passiert sein, nach all diesen Fakten?

 

Das SchReckenholz.ch – Presseteam

 

 

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